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Hans Weber – Ein Rückblick zum 85. Geburtstag

Die aufregenden Jugendjahre des WeberHaus-Gründers

Am 28. September 2021 wurde Hans Weber 85 Jahre alt. Als Gründer von WeberHaus prägte er das Unternehmen wie kein anderer. Das Zimmererhandwerk wurde ihm dabei schon in die Wiege gelegt. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick zurück auf sein ereignisreiches Leben, das im fernen Sumatra begann.

Von Deutschland nach Asien

Die indonesische Insel Sumatra liegt im Westen des Inselstaates. Hier, in der Hafenstadt Pangkalan Brandan, wird Hans Weber 1936 als zweiter Sohn von Friedrich und Luise Weber geboren. Drei Jahre später folgt die Schwester Gretel und vervollständigt die Familie Weber. Vater Friedrich war Zimmermann, genauso wie sein Großvater und alle anderen männlichen Vorfahren, soweit es bekannt ist. Doch wie kam die Familie nach Sumatra?

1914 brach der Erste Weltkrieg aus und Friedrich Weber wurde im Alter von 20 Jahren zur Kriegsmarine eingezogen. Er verließ seine Heimat in Linx und reiste um die ganze Welt bis nach China. Bei der Verteidigung der deutschen Kolonie Kiautschou gegen die Japaner geriet er in Kriegsgefangenschaft. Fünf Jahre verbrachte Friedrich Weber in verschiedenen Lagern, bis er schließlich 1919 entlassen wurde. Der Zimmermann erhielt von einem holländischen Unternehmen das Angebot in Indonesien tätig zu werden – und griff zu.

Der Vater als Vorbild

Zwanzig Jahre arbeitete Friedrich Weber im damaligen Niederländisch-Ostindien. Vom einfachen Zimmermann stieg er bis zum Oberbauleiter auf und war für den Bau von Schulen, Krankenhäusern und Regierungsgebäuden verantwortlich. Seine Ehefrau Luise Häfele lernte er bei einem Heimaturlaub in Linx kennen. Gemeinsam zogen sie nach Südostasien und gründeten dort eine Familie. Doch das Glück hielt nur kurz. Als die Deutschen 1940 in Holland einmarschierten, wurden alle deutschen Zivilisten in Niederländisch-Ostindien zu Feinden. Friedrich Weber wurde von seiner Familie getrennt und eingesperrt. Als er in einem holländischen Frachter ausgeschifft werden soll, wird das Schiff von den Japanern versenkt. Kaum ein Gefangener überlebte den Angriff. Friedrich Weber selbst gilt seit 1942 als vermisst.

Eine Kindheit in Japan

Die Japaner nahmen Holländisch-Indonesien ein und brachten Hans Weber, seine Mutter und die Geschwister als Verbündete nach Japan. Dort besuchte Hans von 1942 bis 1947 einen deutschen Kindergarten und eine deutsche Schule. Sie zogen in ein Dorf am Fuße des Fujiyama. Hans Weber lernte schnell Japanisch, half der Familie im Haushalt und bei der Gartenarbeit. Deutschland kannte er zu diesem Zeitpunkt nur aus den Erzählungen seiner Mutter. Als die Amerikaner schließlich Japan besiegten, konnte die Familie endlich zurück nach Deutschland reisen.

Ausbildung in Deutschland

Auch am kleinen Dorf Linx war der Zweite Weltkrieg nicht spurlos vorbeigegangen. Doch die Verwandtschaft hielt zusammen und nahm die Rückkehrer bei sich auf. Hans Weber besuchte mit elf Jahren das erste Mal eine Schule in Deutschland. Nachdem die sprachliche Hürde des lokalen Dialekts überwunden war, lebte er sich schnell ein. 1950 beendete er die Schulzeit und konnte eine Lehre als Zimmermann im Nachbarort beginnen. Seine Gesellenprüfung legte Hans Weber als Klassenbester ab. Jetzt begannen seine Wanderjahre.

Hans Weber heuerte bei unterschiedlichen Firmen an und arbeitete auf Baustellen in Kehl, Karlsruhe, Straßburg, Köln, Aachen und Hagen. Hier erwarb er das Fachwissen für den späteren Sprung in die Selbstständigkeit. Nach seiner Meisterprüfung arbeitete er wieder in Linx und erhielt dort von Jacob Gerold das Angebot, sein Handwerksunternehmen zu übernehmen. Hans Weber sagte zu und gründete 1960 im Alter von gerade einmal 23 Jahren sein eigenes Unternehmen: WeberHaus. Die Idee für den Fertighausbau begleitete ihn schon länger, jetzt konnte er ihn selbst umsetzen. Mit Disziplin, Fleiß und innovativen Ideen überstand Hans Weber die ersten schweren Gründungsjahre und konnte WeberHaus Stück für Stück zu heutiger Größe weiterentwickeln.

Die Neugier und Energie von damals hat sich Hans Weber bis heute erhalten und empfiehlt allen jungen Menschen, die Welt zu bereisen und die Augen offen zu halten. Noch heute steht er um 5:45 Uhr auf, schwimmt einige Bahnen im Pool und geht nach einem Spaziergang mit seinem Schäferhund Anton jeden Tag ins Büro. Ist die Arbeit getan, freut er sich als Vereinsmensch auf die persönliche Begegnung – sei es beim Fußball oder der Musik. Auch die Mitarbeiterfeste liegen ihm sehr am Herzen.

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