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Erstes kommerzielles WeberHaus

Substanz ist auch heute top

Das erste kommerziell gebaute WeberHaus entstand 1961 in Kehl, Baden-Württemberg. Auch heute lässt es sich darin sehr gut wohnen – davon überzeugte sich Hans Weber.

Winfried und Elke Schmitz-Moormann kauften Anfang der 90er Jahre das erste kommerziell gebaute WeberHaus, welches Anfang der 60er Jahre in Kehl für die Familie Jockers gebaut wurde. Er baute es nach seinen Wünschen um und lebt heute noch darin. Hans Weber war letztes Jahr vor Ort und von dem sehr guten Zustand des 60 Jahre alten Hauses beeindruckt.

„Ich habe am 1. Januar 1960 eine kleine Firma mit einem Gesellen von Zimmermeister Jakob Gerold übernommen“, erzählt Hans Weber, der 2020 das 60-jährige Firmenjubiläum gefeiert hat. Das sei nur möglich gewesen, weil ihm Gerold zusicherte, die „paar Handmaschinen und Werkzeuge“ abbezahlen zu können, wenn er das Geld zusammen hat, erinnert sich der Seniorchef des Fertighausherstellers WeberHaus in Linx. Er mietete die alte Turnhalle der Gemeinde Linx und baute sie als Werkstätte aus.

Ich habe mir immer zehn Landwirte zusammen geholt, die mir halfen die ersten Häuser zu bauen.

Ich habe mir immer zehn Landwirte zusammen geholt, die mir halfen die ersten Häuser zu bauen.

Völlig neues System

„Ich habe damals sehr viel über den Holzfertigbau gelesen, den man in Skandinavien schon sehr gut kannte“, berichtet er. Als er in einer Fachzeitschrift las „Lizenzen zum Holzfertigbau zu vergeben“ meldete er sich und meinte, dass er aus dem System, das ein Architekt aus Salzgitter entwickelte, etwas machen könnte. In Deutschland kannte man diese Bauweise kaum und er war der einzige von über 10.000 Zimmereien, der in Deutschland sich auf die Anzeige meldete. Er erwarb die Lizenz und bezahlte zehn Jahre für jedes gebaute Haus eine Lizenzgebühr. Seine Schwester Gretel Düll, arbeitete damals bei Architekt Hugo Lutz mit zwei vom System begeisterten Ingenieuren, die ihr versprachen ihr das erste WeberHaus zu planen. “Das Haus war kalkuliert und entworfen, dann kam Familie Jockers aus Kehl als erster Bauherr mit einem zweigeschossigen Zweifamilienhaus mit ausgebautem Dach dazwischen“, erinnert sich Weber. Das Haus seiner Schwester wurde als erstes bestellt aber erst als zweites gebaut.

Da es noch keine Kräne gab, durften die Hausteile nur so groß sein, dass man sie mit zehn Mann noch ins Obergeschoss gehievt bekam. „Ich habe mir immer zehn Landwirte zusammen geholt, die mir halfen die ersten Häuser zu bauen“, entsinnte sich Weber. Heute werden die Häuser fast fertig auf die Baustelle gebracht. 1961 wurden die ersten drei Weber-Häuser gebaut. „Dann hatten wir jährlich 100 Prozent Steigerung“, erläuterte Weber „erst sechs, dann zwölf etc.“. Wie heute sei damals schon Holz als Holzfachwerk das tragende Bauwerk gewesen, informierte er. Bei der Wärmedämmung verwendete man ebenfalls wie heute Mineralwolle. Allerdings habe man die zementgebundenen Leichtbauplatten, die die ersten 40 Jahre verbaut wurden, gegen Holzfaserdämmplatten ausgetauscht. Die gesamte Wärmedämmung nahm in den letzten 60 Jahren von 112 Millimeter auf 360 Millimeter zu. Die gesamte Wandstärke wuchs von 16 Zentimetern auf 39,5 Zentimeter, um Heizkosten zu sparen und die Umwelt zu schützen. Die energetische Dachdämmung wuchs von zehn Zentimetern auf 24 Zentimeter zwischen den Sparren zgl. einer Holzfaserdämmplatte von 3,5 Zentimetern, so dass das Dach heute 27,5 Zentimeter stark gedämmt ist.

Weber wurde bereits damals von Hausherrn berichtet, dass deren Nachbarn, die herkömmlich bauten, bis zu dreifache Heizkosten hatten. „Ich wollte Holzhäuser bauen, aber dass das so viel ausmacht, hätte ich nicht gedacht“, gestand er. Heute sei dies alles wissenschaftlich erwiesen. Hans Weber freut sich, dass alle Weber-Häuser noch stehen. Schon damals merkten die Leute, dass es in gesunden, trockenen Baustoffen ein anderes Wohnen ist, da die Luft eine andere ist, meint er. „Es ist alles trocken und muss nicht trocken gewohnt werden“, nannte er einen weiteren Vorteil. Die schnelle Bauzeit von drei bis vier Monaten war ebenfalls ein Vorteil, denn für ein normales Haus benötigte man rund ein Jahr. Wichtige Kriterien waren früher schnelle Bauzeit und eine gute Firma. Heizkosten spielten, als der Liter Heizöl noch vier Pfennige kostete keine große Rolle. Der große Knall kam 1974. Je teurer das Heizöl wurde, desto wichtiger wurde das Energie sparen. Heute baut WeberHaus über 700 Objekte im Jahr – vom Einfamilienhaus bis zum mehrgeschossigen Mehrfamilienhaus.

Treffen in Rheinau-Linx

Seniorchef Hans Weber (links) und Winfried Schmitz-Moormann, der heutige Bewohner des ersten Weber-Hauses. 

Elke und Winfried Schmitz-Moormann wohnen schon seit 1975 in Kehl, erst zur Miete. Nach vielen Versuchen etwas zu kaufen oder zu bauen, erfuhr Schmitz-Moormann vom Pförtner Herrn Jockers in der Anstalt Kork, dass er sein WeberHaus vor dem Ruhestand verkauft. „Wir waren von der ruhigen Lage gegenüber des Friedhofes, Größe und guten Erhaltung sehr angetan, auch wenn es im Haus durch dunkle Holzverschalungen an der Decke sehr dunkel war“, erinnert er sich.

Das ehemalige Zweifamilienhaus mit großem Wohnzimmer mit Balkon und Kellergarage hatte zwei identische Wohnungen. Damit Herr Jockers in Haslach mit dem Bau seines künftigen Hauses beginnen konnte, bezahlten Schmitz-Moormanns das Haus und begannen die untere Wohnung umzubauen, während der Vor- und Erstbesitzer noch ein weiteres Jahr im Obergeschoss wohnte. Herr Jockers baute für seine Familie damals ein Zweifamilienhaus von WeberHaus in dem er mit seiner Familie oben wohnte und seine Eltern unten. Wichtig war Schmitz-Moormann ein größeres und vor allem helleres Wohnzimmer sowie ein größeres Bad mit getrenntem WC. Beim Einzug 1991 wurde aus dem Zweifamilienhaus ein Einfamilienhaus, wobei der Grundriss vom oberen Stock mit Küche geblieben ist. 1993/1994 wurden der Wunsch nach einer Terrasse sowie nach einem Weinkeller, 80 Zentimeter vom Haus entfernt, realisiert. Ein Carport entstand 1999 vor dem Haus.

Problemloser Umbau

Fünf Jahre später wurde das Haus außen zusätzlich isoliert, alle Fenster erneuert, der Balkon entfernt sowie mit einer neuen Heizung von Öl auf Gas umgestellt. 2008 folgte ein altersgerechtes Bad. „Jetzt steht noch eine energetische Dachsanierung sowie zwei Dachgauben an“, erzählt Winfried Schmitz-Moormann. „Das Haus wächst und es ist toll, dass man dies alles mit dem Haus machen kann“, freut er sich. Ein Markenzeichen der Weber-Häuser sei der Weberbogen, den es auch in seinem Haus gibt, schmunzelt er. Das Baublut wurde ihm in die Wiege gelegt, denn sein Großvater, 1856 geboren, war königlicher geheimer Baurat von Preußen und zog insgesamt 27 Mal um. Schmitz-Moormanns schwärmen von ihrem WeberHaus und geben es nicht mehr her. Die Substanz ist auch nach 60 Jahren noch sehr gut und das Holz steht noch in den Wänden wie neu. Als Hans Weber letztes Jahr dem Haus einen Besuch abstattete sagte er zu seinem Begleiter, dass er  selten ein 60-jähriges Haus in einem solchen guten und gepflegten Zustand gesehen habe. Hans Weber baute damals in der Straße am Schutterrain insgesamt drei Häuser.

Die Umbauten erfolgten mit Zimmermeister Albert Haag aus Kork, der mit Hans Weber befreundet ist und sich wünschte, nach den Umbauten Hans und Christel Weber zur Besichtigung einzuladen. So kam Hans Weber dazu sein erstes kommerziell gebautes WeberHaus nochmals zu sehen und lernte Winfried und Elke Schmitz-Moormann kennen.

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